Mit einem Liter Sprit nach Braunschweig und zurück

Die Segelflieger des Aero-Club Gelnhausen mit den Piloten Andreas Herdt(18) und Gavin Goy(20) auf ihrem Rückweg vom Überlandflug nach Braunschweig und zurück
 Die Segelflieger des Aero-Club Gelnhausen mit den Piloten Andreas Herdt(18) und Gavin Goy(20) auf ihrem Rückweg vom Überlandflug nach Braunschweig und zurück
Der August brachte für die Flieger des Aero-Club Gelnhausen viel fliegerischen Spaß und nennenswerte Leistungen: Die Segelflieger-Jugend glänzte während des Sommerlagers mit langen Streckenflügen und sammelte in Osterode einige Tage lang viel fliegerische Übung. Eine weitere Gruppe Segelflieger frönte ihrem Hobby auf dem höchstgelegenen Flugplatz Europas - in Samedan in den Schweizer Alpen.

4.8.2009: Andreas Herdt (18) und Gavin Goy (20) machen sich auf dem Gelnhausener Flugplatz mit ihren Segelflugzeugen vom Typ LS4 bzw. LS8 zum Start bereit. Das Wetter ist gut und verspricht die brauchbare Thermik. Gestartet wird im Flugzeugschlepp, um gleich einen „Bart“, eine Blase aufsteigender Luft, erwischen zu können. Nach kurzer Zeit klinken sich die Segler aus.
Das Schleppflugzeug hat zu diesem Zeitpunkt vielleicht einen Liter Sprit verbraucht. Die Energie für den weiteren Flug der beiden jungen Piloten liefert die Sonne. Sie erwärmt den Boden, von dem sich ab und zu Warmluftblasen lösen und aufsteigen. Diese Bärte zu finden wird die Herausforderung während der nächsten Stunden sein.
Andreas und Gavin hangeln sich von Thermikblase zu Thermikblase. In engen Kreisen unter einer Wolke aufsteigen und dann im schnellen Gleitflug zur nächsten Wolke fliegen, die vielleicht aufsteigende Luft markiert. So geht es über Stunden. Bis die beiden am frühen Nachmittag in der Gegend von Braunschweig entscheiden wieder umzukehren und Richtung Heimat zu fliegen. Als sie über dem Segelflugplatz Fulda Johannisau ankommen, ist Gavin auf 600m gesunken. Er muss in Johannisau landen, wenn er in den nächsten zwei Minuten keinen Thermik findet. Andreas hat wohl mehr Glück gehabt und „kurbelt“ sein Flugzeug mit 5 Metern pro Sekunde in die Höhe. Beide Piloten verständigen sich über die Bord/Bord-Frequenz, Gavin schafft den Anschluss an den von Andreas markierten Bart und kann wieder auf 2000m steigen.
Das reicht für den Gleitflug zurück nach Gelnhausen. Gavin landet, Andreas hat so viel Spaß, dass er noch einen Schlenker Richtung Würzburg fliegt, bevor auch er auf dem heimatlichen Gras aufsetzt. Außerdem wollte er die Chance wahrnehmen, die 500 km zu „knacken“, die eine der Voraussetzungen ist um das „Goldene Leistungsabzeichen“ des Deutschen Aeroclubs zu erhalten. Und das ist ihm gelungen.
Andreas flog in ca. sieben Stunden 524 km, Gavin hat 481 in der gleichen Zeit 481km bewältigt.
Aber der Aero-Club Gelnhausen hat ja noch weiter Flugzeuge. Und auch sie wurden an diesem Tag für beeindruckende Leistungen genutzt: Die Flugschüler Dennis Leip (16) und Andreas Mayrhofer (14) übten die Nutzung der Thermik sehr erfolgreich, in dem sie 5 bzw. 6 Stunden in der Luft bleiben. Jeder von ihnen flog mit einer ASK21, einem doppelsitzigen Schulflugzeug. Dennis konnte als erfolgreicher Absolvent der ersten Zwischenprüfung im Segelflug bereits mit einem Flugauftrag des Fluglehrers die unmittelbare Umgebung des Flugplatzes verlassen. Andreas Mayrhofer hingegen blieb in Sichtweite des Gelnhausener Flugplatzes.

In der Zeit vom 25.07.-15.08.09 waren neun Piloten und zwei Segelflugzeuge des Aero-Club Gelnhausen zum Alpensegelflug im Engadin auf dem Flughafen Samedan, der mit 1800 Metern Höhe als Europas höchstgelegener Flugplatz gilt. Bei den Vereinsflugzeugen handelte es sich um die DG 300 und den Duo Discus. Hinzu kamen noch 2 weitere Vereinsmitglieder mit ihren privaten Flugzeugen.
Der Alpensegelflug bringt durch die besonderen mikroklimatischen Verhältnisse im Hochgebirge große Chancen aber auch Gefahren mit sich. Der Umgang damit lässt sich bei diesem alljährlich stattfindenden Ausflug besonders gut trainieren. Besonders faszinierend sind die Ausblicke, die sich dem Piloten zwischen den Flesen und Graten bieten. Man erfährt ein ganz neues Raumgefühl durch die umgebenden Berge, man spürt ganz anders als im flachen Hügelland, dass man sich wirklich in drei Dimensionen bewegt.
So war es klar, dass immer, wenn die Wetterverhältnisse es zuließen, die Flugzeuge am Himmel über und zwischen den Bergen zu sehen waren. Die Vereinsmaschinen wurden mehr als 60 Stunden geflogen. Die beiden anderen Flugzeuge waren mehr als 20 Stunden in der Luft.
Die Fliegertage in Samedan verliefen unfallfrei und alle Flugzeuge sind wieder gut per Hänger in Gelnhausen angekommen.

13 jugendliche Segelflieger und 4 Segelfluglehrer verbrachten eine gute Fliegerwoche auf dem Flugplatz Aue/Hattorf bei Osterode am Harz. Geschlafen wurde in Wohnmobilen, in Zelten
und in den Zimmern, die der Verein dort zur Verfügung stellt. Gekocht wurde in der Gemeinschaftsküche. Drei Flugzeuge waren aus Gelnhausen mitgebracht worden: ein Doppelsitzer ASK21 für die Schulung sowie die LS4 und die LS8.

„Für die jungen Segelflieger war der Flugplatz zunächst eine Herausforderung, da die Landebahn recht schmal ist und entlang sehr hoher Bäume führt. Da muss man sich bei der Landung auf den Windschatten einstellen. Ich erwähne das deshalb, weil sich unsere Flugschüler ganz toll geschlagen haben und sich mit diesen Verhältnissen sehr gut arrangiert haben.“ So Frank Oeste, ein Mitglied des Fluglehrerteams zu dem auch Jürgen Mayrhofer gehörte.

Zum Teil hatte die Fliegergruppe mit der großen Hitze zu kämpfen. Denn auf dem Flugplatz gibt es keinen Traktor und die Segelflugzeuge mussten nach der Landung per Muskelkraft zurück zum Startplatz geschoben werden. Da wurde auch am Anfang etwas gemurrt, das gab sich aber schnell.

Gestartet wurde ausschließlich im Windenstart mit Schlepphöhen von 550m für die Einsitzer und 500m für die Doppelsitzer. Das war natürlich gut für die Thermiksuche in Platznähe. Da das Fluggelände am südlichen Rand des Harzes liegt, ist dort alles eher flach mit sehr viel Landwirtschaft. Große dunkle Felder erzeugen gute Thermik um in den Harz einzusteigen, der fast nur aus Wald besteht. Aber am Brocken, vom Flugplatz ca. 20km entfernt, zeigten die Instrumente oft eine Steigrate von mehr als 5 Meter pro Sekunde an.

Jedes der Flugzeuge ist zwischen 15 und 20 Std geflogen. Darunter war ein Dreiecksflug von Daniel Thürck mit der LS8, über Waldeck/Edersee und Sontra, der sein erster eigener Überlandflug mit etwa 250 Kilometern war.
Die Abende wurden in fröhlicher Runde am Lagerfeuer mit dem Austausch über die fliegerischen Erlebnisse verbracht, die in den langen Wintermonaten sicher so manches Segelfliegerherz in der Rückschau erwärmen wird.

(27.8.2009, Ekkehard Makosch, Aero-Club Gelnhausen e.V., Pressedienst)


 


     
   
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